Kuba 2012: Die Reise beginnt

Ab Morgen sind wir für knapp vier Wochen in Kuba, alles wichtige zu unserer Reise findet sich hier. Bis zum 16. August wird dieser Blog wahrscheinlich nur sporadisch oder überhaupt nicht aktualisiert werden, allerdings werden wir hinterher jede Menge Informationen, Berichte und Bilder direkt aus dem Land mitbringen. Und vielleicht findet sich ja auch in Kuba die ein- oder andere Gelegenheit für einen kurzen Zwischenbericht…

Kuba und das Transportwesen

Grafik 1: In Kuba beförderte Personen, 1985-2011. Quelle: ONE und ONE 2012

Der Transportsektor ist in Kuba seit der Periodo Especial ein Problem, während der 1990er Jahre sogar von immensem Ausmaß. Damals wurde allerhand gegen Benzin eingetauscht, da das Land praktisch still stand. Die Importe waren zu gering um die Wirtschaft des Landes am Leben zu erhalten, ein großteil der Exporte blieben mit dem Wegfall der Sowjetunion 1991 praktisch aus. Entsprechend verheerend waren die Auswirkungen auf den Personentransport.

Wurden im Jahr 1989 noch 3,03 Mrd. Menschen transportiert, waren es 1993 nur noch 0,76 Mrd. Den endgültigen Tiefpunkt erlebte der Transportsektor dann im Jahr 1998 mit nur noch 503.000 beförderten Personen pro Jahr. Seitdem begann eine langsame, aber kontinuierliche Erholung bis zum Jahr 2009 als sich mit 1,79 Mrd. Menschen die Transportkapazität innerhalb von nicht einmal 10 Jahren bereits mehr als verdreifacht hatte. Dies war in erster Linie mit subventioniertem Öl aus Venezuela und zahlreichen importieren chinesischen Bussen zu bewerkstelligen. Im Jahr 2009 erfolgte dann die Wirtschaftskrise und eine drastische Sparpolitik, die Anzahl der beförderten Personen reduzierte sich auf 1,59 Mrd. Personen im Jahr 2010, im Jahr 2011 reduzierte sich diese Zahl weiter auf 1,53 Mrd., 3,4% weniger als im Vorjahr.

Eigentlich hat sich das Land wirtschaftlich wieder erholt. Doch warum hinkt der Transportsektor noch hinterher? Um dieser Frage nachzugehen, bedarf es einer detaillierteren Aufschlüsselung. Traditionell spielt die Eisenbahn in Kuba eine große Rolle im Transportwesen (Kuba ist heute übrigens das einzige karibische Land, das noch ein Bahnwesen unterhält). Selbst während der Periodo Especial blieben die Transportzahlen auf der Schiene relativ konstant bei 20 bis 30 Mio. beförderten Personen pro Jahr, erst ab 1998 als sich der Bussektor langsam erholte, begann die Eisenbahn auszutrocknen. Ihren Tiefpunkt erreichte sie im Jahr 2009 mit gerade einmal 7.5 Mio. beförderten Personen.

Doch seit einiger Zeit erfolgen wieder Investitionen in die Schiene, im Jahr 2010 wurden immerhin 8 Mio., im Jahr 2011 sogar 9.7 Mio Personen mit dem Zug transportiert. Das stellt ein Wachstum von immerhin 21% im Vergleich zum Vorjahr dar. Zurückgegangen ist der Transport allerdings bei einer seiner Hauptsäulen: dem Busverkehr. Dieser reduzierte sich 2011 um 6,8%, insbesondere dem signifikanten Rückgang bei den Stadtbussen ist dieser Trend geschuldet.

Wahrscheinlich aufgrund der vielen neuen Lizenzen für Selbstständige nahmen die in Taxis beförderten Personen um 5,2% zu (es sind jetzt 48.2 Mio. pro Jahr, was immer noch wenig ist im Vergleich zu 1989: damals waren es 192 Mio. und im Land gab es praktisch kaum Touristen). Ansonsten blieb im wesentlichen alles beim Alten.

Derzeit befindet sich der Transportsektor scheinbar in einer Umstrukturierung: Weg von der Straße, hin zu mehr Schiene. Auch beim Gütertransport macht sich dieser Trend bemerkbar, dort steigerte sich der Anteil des Schienenverkehrs um 34,3%. Es bleibt abzuwarten, wann sich das Transportwesen weider erholt, allerdings sind mit den Investitionen der vergangenen Jahre und den bald folgenden die Grundlagen für nachhaltige Personenbeförderung gelegt.

Exporte und Importe steigen

Langsam sickern immer mehr Zahlen über das kubanische Wirtschaftsjahr 2011 durch. Die nationale Statistikbehörde ONE veröffentlichte erst neulich eine interessante Zusammenfassung der wichtigsten wirtschaftlichen Kennziffern für das vergangene Jahr, darunter auch eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Mir fehlt angesichts der bevorstehenden Reise die Zeit für eine genaue Analyse, allerdings versuche ich sie nach und nach nachzuholen, spätestens wenn das Statistische Jahrbuch für 2011 erschienen ist, sollte dies möglich sein.

Hier allerdings vorab einige Zahlen zum Außenhandel. Der besseren Übersichtlichkeit halber habe ich sie visualisiert:

Grafik 1: Exporte und Importe Kubas, 2000-2011. Quelle: eigene Darstellung, ONE 2010 und ONE 2012.

Grafik 1 zeigt die Exporte des Landes in blau, zusammen mit den Importen in Grün. Beides kumuliert gibt den Gesamtaußenhandel des Landes wieder. Die Einheit ist Millionen Pesos. Das Jahr 1985 dient als Referenzwert für die Zeit vor der Sonderperiode, die Werte vom Jahr 1995 stammen aus Zeiten der tiefsten Wirtschaftskrise.

Ab dem Jahr 2000 begann sich das Land bis etwa 2008 kontinuierlich zu erholen, wobei die Importe unverhältnismäßig stark anwuchsen. Nach den Hurricanes 2008 stagnierten die Exporte, die Importe erreichten allerdings Rekordniveau was zur Liquiditätskrise 2009/2010 beitrug. Damals verordnete die Regierung dem Land einen rigiden Sparkurs, der sich hier insbesondere in der Verringerung der Importe bei gleichzeitiger Förderung von Exporten wiederspiegelt. Seitdem hat sich das Land wieder erholt.

Allerdings setzen sich 80% der Exporte aus 8 verschiedenen Produkten zusammen, weshalb Kuba plant seine Exporte zu diversifizieren. Die Akkumulationsrate für exportrelevante Betriebe soll dabei erhöht werden. Neu ist jetzt allerdings, dass die Rate für Investitionen in die Grundmittel des Betriebes, die früher überall gleich war, nun von den Kosten für Rohmaterial und Ausstattung abhängt. Außerdem wird derzeit ein Projekt aus den 1980er Jahren wieder aufgegriffen, indem eine Karte des Landes mit Exportprodukten der verschiedenen Regionen samt Preisvorhersagen erstellt wird. Außerdem existiert nun für den Zeitraum 2011-2015 erstmals ein integraler Plan um die Exporte zu fördern. Bereits kurzfristig soll dieser Plan die Erhöhung der Deviseneinkünfte und die Erneuerung der industriellen Anlagen zur Folge haben.

Im Jahr 2011 hat Kuba erstmals wieder das Exportniveau von 1985 erreicht und sogar leicht überschritten (vlg: 6002 im Jahr 1985, 6041 im Jahr 2011). Erstmals konnten damit auch wieder die Importe bei gleichzeitiger Reduktion des jährlichen Handelsdefizites hochgefahren werden:

Grafik 2: Handelsdefizit Kuba, 2000-2011. Quelle: siehe Grafik 1.

Wie aus Grafik 2 ersichtlich ist, wurde während der wirtschaftlichen Erholungsphase oft kein Wert auf eine positive Außenhandelsbilanz gelegt, es wurde teilweise über 70% mehr importiert als exportiert wurde. Trotz der saftigen Importsteigerung im Jahr 2011 verringerte sich das Handelsdefizit leicht im Vergleich zu 2010, von 39,68 auf 39,58%. Im Vergleich zu 2009 haben sich die Exporte 2011 mehr als verdoppelt.

Soviel erst einmal für den Moment. Das Papier ist recht umfangreich und es bieten sich zahlreiche Indikatoren für die Auswertung an. Ich habe mir mit dem Außenhandel einen m.E. recht aussagekräftigen herausgegriffen, denn er zeigt die Erfolge der Regierung bei der Importsubstitution in den letzten Jahren, außerdem lässt sich der ungefähre Gesamtzustand der Volkswirtschaft recht gut an ihm ablesen.

Steuergesetz und Genossenschaften auf dem Vormarsch

UBPC-Genossenschaft in Havanna, Stadtteil Alamar

UBPC-Genossenschaft in Havanna, Stadtteil Alamar

Am 23. Juli findet wie bereits berichtet eine Sitzung des kubanischen Parlaments statt, bei der neben Themen wie die Aktualisierung des kubanischen Wirtschaftsmodells, die Energiesituation, Gesundheit, Bildung sowie Außenpolitik besprochen werden. Parlamentspräsident Ricardo Alarcon machte vor einiger Zeit schon darauf aufmerksam, dass bald ein überarbeitetes Steuergesetz verabschiedet würde um neue Anreize für den Privatsektor zu schaffen. Inzwischen wurde nun Prensa Latina zumindestens etwas konkreter: Das Steuergesetz von 1994 soll komplett durch ein neues ersetzt werden, außerdem soll der Staatshaushalt von 2011 und der Plan für 2012 auf der Sitzung überprüft sowie die Fortschritte bei der Implementierung der Maßnahmen des 6. Parteitags kontrolliert werden.

Konkret dürfte das bedeuten, dass wahrscheinlich ein flexibleres Steuersystem mit jährlicher Anpassung Einzug halten wird. Bereits im April war von einem neuen Steuergesetz die Rede, wenn es sich hierbei um das selbe Gesetz handelt wie jenes, das jetzt erst beschlossen werden soll, so tritt dieses dann auch erst im Januar 2013 in Kraft. In Havanna werden die Dinge ohnehin nie so heiß gegessen wie sie gekocht werden.

Gut möglich allerdings, dass dieses Gesetzt auch schon in Richtung von Genossenschaften zielt. Erst am 9.07 wurde in Trabajadores ein Artikel veröffentlicht, in dem der Präsident des kubanischen Genossenschaftsverbandes, Claudio Alberta Rivera, private Genossenschaften als ein belebendes Element für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes charakterisierte. Er sagte:

„Wir möchten Genossenschaften in Sektoren wie dem Dienstleistungssektor, Nahrungsmittel, Transport und anderen einsetzen. Das Land arbeitet an der rechtlichen Grundlage hierfür und unsere Erfahrungen in der Landwirtschaft brachten uns in eine bessere Position um diese Form der nichtstaatlichen Verwaltung auf andere Gebiete auszudehnen.“

Interessante Worte, die vielversprechend klingen. Bisher gibt es in Kuba nämlich reichhaltige Erfahrungen mit Genossenschaften, allerdings nur im Bereich der Landwirtschaft. Im Jahr 2010 wurden nur etwa 55,4% der landwirtschaftlichen Nutzfläche vom Staat verwaltet. Nach der Landreform 1993 wurden Schritt für Schritt Teile des Landes unbefristet an sogenannte UBPCs (Unidades Básicas de Producción Cooperativa, Basisheinheiten der genossenschaftlichen Produktion) verpachtet. Diese bewirtschaften 2,8 Millionen Hektar und haben heute in Kuba einen Flächenanteil von etwa 25,5%. Etwa 6% des Landes werden von sogenannten CPAs bewirtschaftet (Cooperativa de Producción agraria, Landwirtschaftliche Produktionskooperative) die im Unterschied zu UBPCs im Besitz des Landes sind. 12,8% werden von CCS und Kleinbauern bewirtschaftet. Die CCS sind Kredit- und Dienstleistungskooperativen, die ebenfalls im Besitz des Landes sind. Eine gute Erklärung der einzelnen Typen bietet die Landwirtschaftsseite von Cuba Sí:

UBPC: Sind Basiseinheiten der Kooperativen Produktion (Unidades Básicas de Producción cooperativa), Land bleibt Staatsbesitz, wird aber unbefristet und kostenlos an die Kooperative verpachtet, Kooperativen schliessen Verträge über Produktionsquoten und Inputs mit dem Staat, Mitglieder besitzen und leiten den Betrieb, wählen ihr Management, verdienen individuellen Lohn je nach ihrer Beteiligung an der Arbeit , Vorteile: Dezentralisierte Strukturen, Kleinere, besser zu managende Betriebe mit grösserer Eigenverantwortung für Produzenten, Zentrale Planung und Verwaltung der Lebensmittelproduktion auch hinsichtlich des Boden- und Wassermanagements, der Plagenkontrolle und der Biodiversität bleibt erhalten, Heute:122.000 Menschen in Kuba arbeiten in UBPC, produzieren in der Regel neben ihrem Hauptprodukt auch Lebensmittel zum Verkauf, UBPC haben den grössten Anteil in der kubanischen Landwirtschaft

CPA: Sind Landwirtschaftliche Produktionskooperativen (Cooperativa de Producción agraria), Land ist im Besitz der Kooperative und wird kollektiv bearbeitet, die Mitglieder täglich entlohnt, Mitgliedern werden Dienstleitungen (Wohnung, Transport) gestellt und die Gewinne der Kooperative werden jährlich unter den Mitgliedern aufgeteilt, Die Kooperative führt Verhandlungen mit dem Staat, Heute: 1133 Kooperativen mit je 40 – 300 Mitgliedern bewirtschaften ca. 10 % des Landes

CCS: Kredit- und Dienstleistungskooperativen (Cooperativa de Crédito y Servicio), Bearbeitung des Landes durch Familienangehörige oder angeheuerte Arbeitskräfte, Mitglieder besitzen ihr Land, können es an Angehörige vererben oder an den Staat verkaufen, Kooperative führt Verhandlungen mit dem Staat über Inputs, Dienstleistungen und Kredite, Heute: 2556 Kooperativen mit je 10 – 40 Mitgliedern bewirtschaften ca. 12 % des Landes

Die Zahlen über die Flächenanteile stimmen nicht ganz mit den meinigen überein, ich habe die Flächenanteile aus dem aktuellen Statistischen Jahrbuch.
Diese Genossenschaften sind allerdings nur im Landwirtschaftssektor aktiv, Genossenschaften im Transport- oder Dienstleistungssektor wären für Kuba etwas völlig neues. Es bleibt spannend, in welchem Rahmen diese Kooperativen in Zukunft operieren werden und ob sich hier nicht ein interessanter neuer Weg auftut um klassisches Privateigentum an Produktionsmitteln zu vermeiden. Denn dem Artikel zufolge bleiben die großen sozialistischen Betriebe das Primat der Wirtschaft, gefolgt von den Genossenschaften. Die reinen Privatbetriebe werden drittrangig bleiben.

Auf dem Land in Kuba

Ein kleines Dorf in Kuba mit 190 Einwohnern

Yaguanabo Arriba, ein Dorf in Kuba mit 190 Einwohnern.

Havana Times berichtete neulich in einer mehrteiligen Serie über Urlaub auf den Campismos in Kuba. Dies sind so eine Art Campingplätze, auf denen für Kubaner erschwingliche Hütten vermietet werden. Der dritte Teil dieser Reihe zeigt eine Fotogalerie von einer Bergwanderung auf welcher der Autor auf das kleine Dorf Yaguanabo Arriba traf, das ihn in seiner Abgeschiedenheit sehr an die 1980er Jahre erinnerte. Auch waren dort überdurchschnittlich viele sozialistische Slogans zu sehen. Ein wenig in der Zeit zurück, so scheint es öfters an manchem abgeschiedenen Platz auf dem Land in Kuba zuzugehen. Vielleicht werden auch wir auf unserer Reise auf solche Orte treffen.

Raúl Castro trifft in Havanna ein, Hilfslieferung aus Miami

Quelle: AIN

In der Nacht auf Samstag traf der kubanische Präsident Raúl Castro nach seiner zehntätigen Auslandsreise, bei der er zuletzt Moskau besuchte und sich mit Präsident Putin und Ministerpräsident Medwedew traf, wieder in Havanna ein. Während seiner Reise besuchte Raúl die Länder China, Vietnam und Russland. Während in Vietnam und Russland vor allem bestehende Beziehungen bekräftigt und ausgebaut wurden unterzeichnete Raúl in China, wo der Präsident gleich zu Beginn eintraf und am längsten verblieb, eine Reihe von Wirtschafts- und Kreditverträgen.

Die arbeitsintensiven Auslandsaufhentalte seien allerdings laut Raúl überaus erfolgreich und in freundschaftlicher Atmosphäre verlaufen. Immerhin war es ja auch ein Besuch bei einigen wichtigen Verbündeten, insbesondere China spielt wirtschaftlich von den besuchten Ländern für Kuba die wichtigste Rolle.

Währenddessen laufen im Land bereits die Vorbereitungen für die Wahlen zu den Provinzparlamenten und Municipios am 21. Oktober. Vom 18. bis zum 22. Juli werden die Wahlkreiskommissionen gebildet, welche für die Nominierung der Kandidaten verantwortlich sind. In den darauffolgenden Wochen dürften die Nominierungen selbst erfolgen, die dann im ganzen Land in Listen ausgehängt werden. Die Wahlen für die Provinz- und Munizipalparlamente finden in Kuba alle zweieinhalb Jahre statt, der letzte Termin war im Frühjahr 2010.

Zu dieser Zeit traf auch das erste Hilfsschiff aus Miami seit über 50 Jahren in Havanna ein. Die Firma hatte eine spezielle Lizenz der US-amerikanischen Regierung um die Blockade umgehen zu können und obschon nur ein Container mit Fracht an Bord war, handelt es sich hierbei um ein historisches Ereignis. Angesichts der Wahlen in den USA im November dieses Jahres könnte das auch für Kuba ein wichtiges Zeichen sein, dass man dort in Zukunft eine stärker von Pragmatismus geprägte Politik betreiben könnte. Der bis zum Jahr 2013 geplante Hafenausbau von Mariel, der in einem Joint-Venture mit der brasilianischen Firma Odebrecht erfolgt und etwa 600 Millionen US$ kosten wird ist ein Zeichen dafür, dass man in Kuba für eine Zeit nach der Blockade gerüstet sein wird: Nicht nur für asiatische Schiffe die Kuba vom Panamakanal aus ansteuern, sondern auch für US-amerikanische Container soll der Hafen optimale Bedingungen bieten. Nebenbei wird der Hafen mit einer Kapazität von bis zu 1 Mio. Container die des Hafens von Havanna (350.000) deutlich übertreffen und könnte so zu einem der größten Warenumschlagplätze der Karibik werden.

Raúl Castro in Russland

Nach seiner mehrtägigen Asienreise, die der kubanische Präsident Raúl Castro am 4. Juli begann, machte er sich direkt anschließend auf nach Russland, wo er heute auf seinen Amtskollegen Vladimir Putin und Ministerpräsident Dimitri Medwedew traf. Das Treffen war dabei scheinbar mehr ein Routinebesuch, zumindest wurden keine besonderen Verträge unterzeichnet. Die Staatsoberhäupter hoben ihre freundschaftlichen Beziehungen hervor und stellten fest, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern dieses Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiern.

Im Jahr 2011 betrug das Handelsvolumen beider Länder 224,1 Millionen US$. Die wichtigsten Projekte laufen derzeit im Transport-, Raumfahrt-, Telekommunikations- und Pharmazie-Sektor. Bis 2025 plant die russische Ölgesellschaft Zarubezhneft etwa 2,9 Milliarden US$ in die Erkundung der kubanischen Ölreserven zu investieren.