Aktionswoche gegen Homo- und Transphobie in Kuba

Kubas bekannteste LGBT-Aktivistin und Tochter des Präsidenten, Mariela Castro (Quelle: Cubadebate)

Havanna. In Kuba finden derzeit die 10. Aktionswochen gegen Homo- und Transphobie statt. Die Veranstaltung bietet neben einer großen Straßenparade ein vielseitiges Programm mit Filmvorführungen, kulturellen Aktivitäten, Symposien und Diskussionsrunden. Veranstalter ist das 1989 gegründete Institut für Sexualforschung (CENESEX).

Die diesjährigen Aktionswochen beschäftigen sich vor allem mit der Situation in den Schulen des sozialistischen Karibikstaates. Obwohl physische Gewalt gegen homo-, trans- und intersexuelle Menschen in Kuba stark zurückgegangen ist, sehen sie sich weiterhin einem großen psychischen Druck ausgesetzt. Subtilen Formen von Diskriminierung soll bereits in der Schule erhöhte Aufmerksamkeit zukommen, um sie zu thematisieren und zu unterbinden.

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Nach Hurrikan Matthew: Kuba baut neue Brücke über den Río Toa

Nachdem Hurrikan Matthew am 5. Oktober in Ostkuba wütete, war die Landverbindung der Städte Baracoa und Moa durchtrennt (Quelle: yusnaby)

Vor wenigen Tagen haben in der kubanischen Provinz Guantánamo die Bauarbeiten zur Errichtung einer neuen Brücke über den Fluss Toa begonnen, welche die Stadt Baracoa über den Landweg mit der Provinz Holguín verbindet. Die alte Brücke war in Folge des Hurrikans Matthew im Oktober 2016 zerstört worden, seitdem ist die Querung des Flusses nur über ein Provisorium möglich. Die neue Brücke soll rund drei Meter höher werden als ihre im Sturm zerstörte Vorgängerin.

Mitglieder der venezolanischen Hilfsbrigade „Simón Bolívar“ begannen jüngst damit, die ersten der rund 52 Pfähle der neuen Brücke in den Boden zu rammen, wie die Tageszeitung „Granma“ gemeldet hat. Bereits Ende Februar kamen die ersten Geräte und Baumaterialien aus Venezuela in Kuba an. Das befreundete Land wird Kuba mit der 48-köpfigen Brigade, Baumaterialien und technischem Gerät beim der Errichtung der neuen Brücke zur Seite stehen.

Nachdem Hurrikan Matthew in den Morgenstunden des 5. Oktober 2016 mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern über Ostkuba hinwegfegte, gab es vor allem in den Städten Baracoa und Maisí, beide in der östlichsten Provinz Guantánamo, ein böses Erwachen. Zehntausende Gebäude wurden beschädigt, die Infrastruktur hat stark gelitten. Für die Infrastruktur der Gegend war es ein schwerer Schlag, dass auch die über 200 Meter lange Brücke über den Fluss Toa, die zu den sieben Wundern der kubanischen Ingenieurskunst zählt, vom Sturm komplett zerstört wurde.

Seit Dezember 2016: Provisorische Querung des Toa, die bei starkem Regen unpassierbar wird (Quelle: Venceremos)

Unmittelbar nach dem Sturm war die Verbindung zwischen Moa und Baracoa unterbrochen, welche gleichzeitig die einzige Verbindung zwischen den Provinzen Guantánamo und Holguín entlang der Nordküste ist. Noch bis Ende Dezember war die Querung des Flusses lediglich über ein Floß möglich, danach wurde eine provisorische Holzbrücke wenige Meter stromabwärts errichtet. Diese ist jedoch nur bedingt für Kraftfahrzeuge geeignet und stellte von Anfang an ausdrücklich eine Zwischenlösung dar.

Die neue Brücke über den Fluss soll stabiler und auch höher werden als die alte, welche zwischen 1988 und 1990 errichtet wurde. Während die Breite mit rund 11 Metern gleich bleibt, soll die neue Flussquerung nun 10 statt bisher sieben Meter hoch werden. Das soll vor allem bei den sintflutartigen Regenfällen helfen, die den Fluss während eines Hurrikans zum gefährlichen Strom anschwellen lassen. Zudem soll ein größerer Abstand zwischen den Pfeilern für mehr Stabilität bei Hochwasser sorgen. Der Bau der Brücke soll insgesamt acht Monate dauern und bis Ende Dezember abgeschlossen sein.

Derzeit laufen bereits die Bauarbeiten zur Errichtung einer drei Meter höheren Brücke über den Fluss (Quelle: Granma)

Kubaner überweisen jedes Jahr rund 59 Millionen US-Dollar ins Ausland

Geldüberweisungen treffen nicht nur auf Kuba ein, sondern gehen auch von Kuba ins Ausland (Quelle: Cubanet.org)

Viel ist darüber berichtet worden, wie viel Geld Jahr für Jahr in Form von privaten Überweisungen aus dem Ausland nach Kuba fließt. Allein 2015 wurde mit 3,3 Milliarden US-Dollar ein neuer Rekord erreicht, der Großteil der Mittel kam von Verwandten aus den USA. Im selben Jahr überwiesen die Kubaner jedoch auch 59 Millionen US-Dollar ins Ausland. Wohin geht das Geld?

Obwohl Kuba angesichts dieser Zahlen – wie viele der Nachbarinseln im übrigen auch –ganz klar zu den Nettoempfängern bei Auslandsüberweisungen zählt, gibt es auch regelmäßige Überweisungen von Kubanern an Bürger anderer Länder. Im Jahr 2014 wurde mit 61 Millionen US-Dollar in dieser Hinsicht ein neuer Rekord erreicht.

Wohin geht das Geld der kubanischen Familien? Mit Hilfe aktueller Zahlen der Weltbank, lässt sich diese Frage beantworten. Kuba gehört zusammen mit Turkmenistan, Usbekistan und Simbabwe zur Gruppe der Länder, die der Weltbank keine Zahlen zum Erhalt von Auslandsüberweisungen liefern. Die Angabe der 3,3 Mrd. US-Dollar, die jedes Jahr nach Kuba fließen, ist daher eine Schätzung des US-amerikanischen Think tanks „The Havana Consulting Group“.

Überweisungen von Kuba aus ins Ausland sind jedoch gut dokumentiert. Den Löwenanteil macht dabei Spanien aus, dem Heimatland vieler Kubaner. 2015 flossen 40,9 Millionen US-Dollar von der ehemaligen Kolonie zurück ins Königreich, rund 69 Prozent aller Auslandsüberweisungen. Weit abgeschlagen auf Platz 2 findet sich Frankreich, wo der Empfang von insgesamt 1,81 Mio. US-Dollar aus Kuba gemeldet wurde. Nach Frankreich folgt die Volksrepublik China. 2015 überwiesen die Kubaner 1,79 Mio. US-Dollar ins Reich der Mitte.

Erst dann erscheint Russland auf der Liste mit 1,3 Mio. US-Dollar. Aufgrund der engen Kooperation während des Kalten Krieges existieren noch immer zahlreiche familiäre Bande zwischen beiden Ländern. Der überraschende fünfte Platz: Deutschland. Wie viel genau Kubaner von Deutschland nach Kuba überweisen ist nicht bekannt. Wie viel genau Kubaner von Deutschland nach Kuba überweisen ist nicht bekannt und viele Dienstleister für Auslandsüberweisungen bieten diesen Service wegen des US-Embargos auch noch nicht an. Sicher ist jedoch, dass 2015 knapp 1,3 Mio. US-Dollar von Kuba aus nach Deutschland überwiesen wurden.

Nach Deutschland folgen die USA mit 1,24 Mio. US-Dollar. Als weitere Ziele kubanischer Auslandsüberweisungen nannte die Weltbank Haiti, Tschechien, Italien, Mexiko, die Ukraine und Jamaica. Außer im Falle Haitis handelt es sich dabei jedoch um Beträge von unter einer Millionen US-Dollar pro Jahr. Wie die Überweisungen nach Kuba, weisen auch die Geldsendungen von Kuba aus eine steigende Tendenz auf. Von 46,1 Mio. US-Dollar im Jahr 2010 pendelte sich die Summe in den letzten Jahren bei rund 60 Mio. US-Dollar ein. Ursprung der Auslandsüberweisungen dürften vor allem wohlhabende private Gewerbetreibende sein, die ihre Verwandtschaft in krisengebeutelten Ländern unterstützen.

Schweres Zugunglück in Zentralkuba

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Mehr als 40 Verletzte Passagiere des beschädigten Schienenbusses werden zur Stunde in Sancti Spíritus behandelt (Quelle: Cubadebate)

Sechs Tote und mehr als 40 Verletzte ist die vorläufige Bilanz eines schweren Zugunglücks, das sich gestrigen Freitag in der kubanischen Provinz Sancti Spíritus ereignete. Um die Mittagszeit kollidierte dort ein Schienenbus mit einem bei der Zuckerrohrernte eingesetzten Zug.

Nach Angaben der kubanischen Medien fuhren beide Züge auf dem selben Gleis aufeinander zu, die Kollision fand um die Mittagszeit etwa fünf Kilomter außerhalb der zentralkubanischen Provinzhauptstadt Sancti Spíritus auf dem Weg nach Tuinucú statt.

„Durch den Aufprall wurde ich aus der Tür geschleudert und konnte sehen, wie das Zuckerrohr einige Meter in den Schienenbus eindrang“, berichtet ein überlebender gegenüber der Lokalzeitung „Escambray“.

Die Zuständigen Behörden der Provinzverwaltung trafen kurz nach der Kollision ein, um das Ausmaß der Situation festzustellen. Die verletzten Personen werden indes im nahegelegenen Universitätskrankenhaus „Camilo Cienfuegos“ behandelt. Das Zugunglück ist eines der schwersten der letzten Dekade. Im Jahr 2007 kamen zuletzt 28 Menschen bei einer Kollision eines Busses mit einem Zug in der östlichen Provinz Granma ums Leben.

Havannas Taxifahrer im Streik

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Sammeltaxi in Havanna (Quelle: Havana Times)

Dieser Tage werden wir Zeuge eines Machtkampfs zwischen den Regierungsautoritäten und privaten Sammeltaxifahrern in Havanna. Die Regierung will eine gewisse Order in Kraft setzen, was einen lautlosen Streik provoziert hat. Ohne Poster und Reden, aber sehr effektiv laut dem was wir auf der Straße sehen.

„Ich habe zwei Stunden in Vibora (Stadtteil) auf ein Auto gewartet und konnte nicht ein einziges anhalten. Jedes Mal wenn die Regierung eine neue Resolution gegen private Taxifahrer ausgibt sind es wir Kubaner ohne Auto die den Preis bezahlen müssen“, sagte mir ein genervter Arbeiter.

Die lokale Regierung hat jüngst Preise und Routen für private Taxifahrer eingeführt, die meisten von ihnen fahren alte Autos aus den 1950er Jahren die mit modernen Dieselmotoren ausgestattet sind, da dies der billigste Treibstoff auf dem Schwarzmarkt ist.

Vor einigen Monaten wurden sie angewiesen die Preise zu senken. Die Antwort der Fahrer war es, ihre Routen um die Hälfte abzukürzen so dass sie weiterhin gleich viel Geld verdienen konnten. Es waren vor allem die Fahrgäste die beeinträchtigt wurden, indem sie gezwungen waren das Taxi auf halbem Wege zu wechseln.

Jetzt hat ihnen die Regierung neue Preise zusammen mit Routen auferlegt, um zu verhindern dass sie die Maßnahme umgehen. Die Bürger wurden aufgefordert Fahrer zu melden, die gegen die Regeln verstoßen, die dann mindestens ein Bußgeld bezahlen müssen, ihre Lizenz oder sogar ihr Auto verlieren können.

Die Antwort der Taxifahrer war es jetzt diesen Streik zu starten, der die Anzahl der Autos auf den Straßen drastisch reduziert hat und damit Unzufriedenheit bei der Bevölkerung provoziert. Als wäre das nicht schon merkwürdig genug hört man vor allem von Fahrgästen Klagen über die Provinzregierung, weniger von den Fahrern selbst.

Am Ende des Tages sind die Leute irgendwo weise, denn die Regierung hat sich als unfähig erwiesen ihre eigenen Ziele zu erfüllen und es sind die normalen Kubaner die Leiden, denn privater Transport wurde mittlerweile zur Notwendigkeit.

Es gibt manche Extremisten die hier und da erschienen sind und die, um sich politische Sporen zu verdienen, die Massen dazu aufrufen mit dem kindischen Slogan „Nicht einen Schritt zurück!“ gegen die Taxifahrer zu kämpfen, als wären die selbstständigen Taxifahrer die rund um die Uhr arbeiten die Ursache des Problems.

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Leute die im Privatsektor als Transporteure arbeiten, haben weder Zugang zu Großmärkten für Treibstoff noch zu dringend benötigten Ersatzteilen (Quelle: Havana Times)

Die vergessen, oder haben nicht den Mut sich zu erinnern, dass die nationale Krise schon über 50 Jahre andauert, lange bevor Präsident Raúl Castros mehr private Taxis erlaubte. Die „guagas“ (Busse) hatten nicht einmal in den besten Jahren den Bedarf decken können.

Als die Lokalregierung und das Transportministerium (MITRANS) den Markt öffneten, taten sie das ohne Regulierungen für Tarife, Routen, Fahrpläne und Treibstoffversorgung zu verabschieden. Solche Regelungen existieren jedoch in einer großen Anzahl von Ländern, die über kein planwirtschaftliches System verfügen.

Wie dem auch sei, Regierungsfanatiker sind nicht dumm. Es ist einfacher Slogans gegen Taxifahrer zu schreien als gegen das Transportministerium, auch wenn genau diese Institution plant, Versprechungen macht und dafür Millionen von Dollarn verwendet um immer wieder aufs neue zu versagen.

Das einfachste ist es, die Fahrer für all diese Probleme verantwortlich zu machen, sie zu den Leuten zu machen die verantwortlich sind für alles was passiert, so wie es die Rechte in Europa und die USA in Bezug auf Migranten gerade machen. Es ist die uralte Methode einen Sündenbock zu finden und die Massen auf ihn los zu lassen.

Ich versuche nicht diese Fahrer zu verteidigen, deren Preise möglicherweise übertrieben erscheinen, beachtet man den Fakt dass sie all ihren Diesel auf dem Schwarzmarkt für 0,40 US$ pro Liter kaufen. Hinzu kommt: Es gibt verschiedene Klassen von Fahrern, es gibt die Bosse und dann gibt es deren Angestellte.

Ein Boss kann mehrere Autos (von einem bis hin zu 20) besitzen und verschiedene Fahrer anstellen. Die Bosse können zu Hause sitzen und jeden Monat mehr als 1.000 US$ pro Auto verdienen, während die Fahrer lediglich 250 US$ bekommen und gleichzeitig 10 bis 12 Stunden pro Tag mit Arbeit verbringen müssen.

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Auch in anderen Provinzen kam es zu Problemen zwischen der lokalen Regierung und privaten Transportdienstleistern (Quelle: Havana Times)

Wir können also nicht einmal von den Fahrern als solchen sprechen oder sie alle über einen Kamm scheren. Wir müssen analysieren was es sie kostet, ihre teilweise mehr als 60 Jahre alten Autos am laufen zu halten während sie 12 Stunden am Tag fahren. Darüber hinaus muss man in Rechnung stellen wie viel sie für Ersatzteile, Reifen und Batterien ausgeben.

Ich frage mich ob es irgendwelche Treffen zwischen privaten Fahrern und der Provinzregierung gab, ob es irgendeine Form von Koordinierung zwischen beiden Parteien gibt. Erhalten die Fahrer irgendeine Unterstützung von der Regierung, um benötigte Ersatzteile zu importieren oder um ihre Motoren zu wechseln?

Die Legalisierung neuer Formen von Eigentum an Produktionsmitteln muss von neuen Beziehungen begleitet werden. Dialog und Verhandlung kann mit Selbstständigen zu besseren Erfolgen führen als hartes Durchgreifen.

Der König rät dem kleinen Prinzen „von jedem die Pflicht zu verlangen, die er leisten kann. Akzeptierte Autorität basiert vor allem auf Vernunft. Wenn du deinen Leuten befiehlst sich im Meer zu ertränken, werden sie sich in einer Revolution erheben. Ich habe das Recht Folgsamkeit zu fordern, weil meine Befehle vernünftig sind.“

Dieser Artikel ist von Fernando Ravsberg. Der gebürtige Uruguayaner lebt als ehemaliger BBC-Korrespondent seit vielen Jahren in Havanna. Der Artikel erschien zunächst auf Spanisch und Englisch.


„Wir arbeiten für den Schutz der Mehrheit“

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Tatiana Viera Hernández (Quelle: Tribuna)

Das Interesse der Bevölkerung Havannas in Bezug auf auf die Transportpreise von privaten Dienstleistern in Rechnung stellend, willigte Tatiana Viera Hernández, Vizepräsidentin für Kontrolle und Aufsicht beim Verwaltungsrat der Provinz ein, einige Ausführungen exklusiv gegenüber „Tribuna de La Habana“ (Lokalzeitung der Stadt) zu machen.

Tribuna: Versucht man Maßnahmen anzuwenden, um Änderungen in den (bisher) vorgesehenen Referenzpreisen zu erwirken?

Hernández: Erstens gibt es keine neuen Preise für die privaten Taxifahrer der Hauptstadt. In diesem Moment haben wir lediglich die Preise für die einzelnen Routenabschnitte präzisiert, für jene Routen die am 14. Juli 2016 im Rahmen der Vereinbarung 185 des Rats der Provinzverwaltung bestätigt wurden.

Tribuna: Warum jetzt?

Hernández: Sechs Monate nach Inkrafttreten der Resolution, führte die Provinzverwaltung eine Evaluation der hauptsächlichen Verstöße durch, welche festgestellt wurden. In Übereinstimmung mit dem Stand der öffentlichen Meinung die von der Bevölkerung Havannas ausgedrückt wurde ist bekannt, dass eine Gruppe von Transporteuren nicht-staatlicher Verwaltung die Maximalpreise verletzt haben, die mit jener Resolution eingeführt wurden. Dabei wurde bei Zwischenhalten bis zu zwei oder dreimal kassiert, nämlich die Preise für die gesamte Route.

Tribuna: Warum äußert sich der Rat der Provinzverwaltung?

Hernández: In erster Linie weil unsere staatliche und moralische Aufgabe eben genau im Schutz des Volkes besteht, bei dem auch der Arbeiter auf eigene Rechnung nicht ungeschützt bleibt weil auch er Bürger ist und seine Familie erhält die Leistungen des Staates.

Als man die Höchstpreise festgelegt hat, wurden die Ausgaben dieser Transporteure in Rechnung gestellt. Ohne Zweifel stützen wir unsere Argumente auf eine Studie die ausreichende Informationen in Bezug auf die Gewinne dieser Aktivität bietet.

Wir arbeiten für den Schutz der Mehrheit und des Teils der Bevölkerung, der diese Dienstleistung nicht in Anspruch nehmen kann, ihnen die Möglichkeit gebend diese Taxis mit der Bezahlung des Tarifs benutzen zu können, je nach zurückgelegter Strecke. In diesen Autos werden unsere Gesundheitstechniker transportiert, Studenten, Facharbeiter, Professoren, Rentner,…

In keinster Weise wird die Bevölkerung im Rahmen der Anstrengungen die wir unternehmen ungeschützt bleiben. In der Tat haben die privaten Transporteure lediglich einen Anteil von 26 Prozent an der Bevölkerung die in der der Hauptstadt transportiert wird, während unsere Busse jeden Tag durchschnittlich 1,3 Millionen Menschen transportieren.

Quelle: Tribuna de La Habana (Spanisch)

Internationale Buchmesse in Havanna eröffnet

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Kanada ist das Gastland der 26. Ausgabe der Buchmesse von Havanna (Quelle: Granma)

Havanna. Bis zum 19. Februar steht die Festung San Carlos de La Cabaña in der kubanischen Hauptstadt wieder ganz im Zeichen des Buches. Bereits zum 26. Mal eröffnete am Donnerstag die internationale Buchmesse in Havanna. Das Motto lautet: „Lesen heißt wachsen“.

Die Messe mit Autoren, Verlegern und Lektoren aus 46 Ländern wurde im Beisein von Kubas Vizepräsident Miguel Díaz-Canel, Kulturminister Abel Prieto und des Präsidenten der Nationalversammlung, Esteban Lazo, feierlich eingeweiht. Im Mittelpunkt des traditionellen Literaturtreffens stehen in diesem Jahr der langjährige kubanische Erziehungs- und Kultusminister Armando Hart sowie das Ehrengastland Kanada mit mehr als 30 Autoren und 18 Verlagshäusern.

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Kubas Hauptstadt führt neue Festpreise für Sammeltaxis ein

Boteros de La Habana. Transporte en Cuba. Foto: José Raúl Concepción/Cubadebate

Boteros de La Habana. Transporte en Cuba. Foto: José Raúl Concepción/Cubadebate

Havanna. Die Stadtregierung der kubanischen Hauptstadt Havanna hat neue Festpreise für die rund 5.000 privaten Sammeltaxis bekannt gegeben, die in der zwei Millionen Einwohner-Metropole operieren. Sie stellen einen wichtigen Teil des Transportsystems der Stadt dar. In letzter Zeit verkürzten sie immer häufiger die Routen oder versuchten die Preise zu erhöhen. Aufgrund zurückgehender Öllieferungen aus Venezuela hat sich die Verfügbarkeit von Treibstoff auf der Insel verschärft.

Die neuen Preise wurden in einer offiziellen Mitteilung in den staatlichen Medien veröffentlicht und beziehen sich auf ein Gesetz vom 14. Juli 2016, bei dem bereits erste Preisobergrenzen beschlossen wurden. Mit der neuen Preisliste wurden die Preise noch weiter gesenkt und teilweise um bis zu 50 Prozent reduziert, da jetzt einzelne Haltepunkte genauer abgerechnet werden müssen.

Havannas Sammeltaxis, auch „Maquinas“ oder „Almendrones“ genannt, sind im Zuge der wirtschaftlichen Reformen der vergangenen Jahre als Alternative zum überlasteten staatlichen Busnetz entstanden und werden täglich von über 175.000 Bewohnern der Hauptstadt genutzt. Dort sind derzeit rund 5.000 Fahrzeuge als Sammeltaxis im Einsatz, die meisten davon US-amerikanische Oldtimer. Sie fahren feste Routen innerhalb der Stadt ab und operieren nach dem „Hop on, hop off“-Prinzip. Eine Fahrt kostet in der Regel zwischen fünf und 20 kubanische Pesos, was 20 bis 80 Eurocent entspricht.

Nachdem Präsident Raúl Castro im Sommer vergangenen Jahres Sparmaßnahmen ankündigte, erhöhten die Fahrer oftmals die Preise oder kürzten ihre Routen ab. Aufgrund der Einsparungen kam es zu Rationierungen bei der Benzinausgabe, was den Abgabepreis „unter der Hand“ erhöhte. Viele Sammeltaxifahrer beziehen ihr Benzin illegal auf dem Schwarzmarkt, wo der Preis nur einen Bruchteil der Tankstellenpreise beträgt. Sie argumentieren, dass sie bei den neuen Preisen ohne Zugang zu günstigeren Benzinkontingenten nicht kostendeckend arbeiten könnten. Sie fordern die Einrichtung eines gewerblichen Großmarkts.

In ersten Reaktionen wurden die neuen Preise begrüßt, allerdings mahnten Kommentatoren zur Vorsicht. Preisobergrenzen führten vergangenes Jahr zur zeitweisen Einschränkung des Angebots und es ist fraglich, wie die Einhaltung der neuen Preise kontrolliert werden soll. Havannas Stadtregierung hat inzwischen jedoch eine Beschwerdenummer eingerichtet. Bei Verstößen drohe der Lizenzentzug, heißt es in der aktuellen Pressemittelung.

Am vergangenen Freitag zeigte sich auf Havannas Straßen ein ähnliches Bild wie bei Einführung der letzten Preisobergrenzen im Juli. An den wichtigsten Haltepunkten warten die Menschen auf ein Sammeltaxi, von denen nach Bekanntwerden der neuen Regeln nur wenige zur Arbeit erschienen waren. Einige wollten nur „von Ort zu Ort“ fahren, um so die Preisgrenzen zu umgehen. Eine dauerhafte Lösung scheint weiterhin nicht in Sicht.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Link zur neuen Preisliste: siehe Cubadebate