Marokko nimmt diplomatische Beziehungen zu Kuba wieder auf

Marokkos König Mohammed VI. (Quelle: buzzkenya.com)

Nach mehr als 37 Jahren haben sich Kuba und das Königreich Marokko auf die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen verständigt. Botschafter beider Staaten unterzeichneten hierfür jüngst ein Memorandum bei den Vereinten Nationen in New York.

„Beide Regierungen möchten die Beziehungen auf Basis des gegenseitigen Willens zur Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen und Kooperation fortsetzen“, heißt es in einem Statement des kubanischen Außenministeriums.

Nach einem privaten Urlaubsbesuch von Marokkos König Mohammed VI. auf Kuba, soll dieser die Wiedereröffnung von Botschaften angeordnet haben. Im Jahr 1980 brach Marokko seine Beziehungen zu Kuba ab, nachdem die sozialistische Insel die Unabhängigkeit der Westsahara anerkannte und die „Frente Poliario“ offiziell unterstützte.

Unter Mohammeds Vater und Vorgänger des jetzigen Königs, Hassan II., annektierte Marokko das Territorium der Westsahara im Jahr 1975, seitdem fordern lokale Bewegungen die Unabhängigkeit der Westsahara.

Universität von Havanna richtet Lehrstuhl zum Studium der Ideen Fidel Castros ein

Die Universität von Havanna (UH) wurde 1728 gegründet und gilt im Berich der Geistes- und Sozialwissenschaften als bedeutendste Universität des Landes (Quelle: Commons)

Die Universität von Havanna, Kubas älteste und anerkannteste Hochschule, kündigte vergangene Woche die Eröffnung eines neuen Lehrstuhls an, der sich dem „Studium des Denkens Fidel Castros“ widmen soll. Rund ein halbes Jahr nach dem Tod des langjährigen Staatschefs und Revolutionsführers, soll dessen ideologisches Erbe mit diesem Schritt erstmals systematisch erfasst und erforscht werden.

Die eremitierte Historikerin Francisca López soll den Lehrstuhl besetzen (Quelle: Cubadiario)

Die Ehrenprofessur („Cátedra Honorífica“) soll dabei von der emeritierten Historikerin Francisca López übernommen werden, die sich bereits mit dem Studium des Werks von José Martí als Leiterin der Cátedra Martí einen Namen gemacht hat.

Bei der Veranstaltung zur Verkündigung der Gründung des Lehrstuhls waren neben dem Rektor der Universität von Havanna auch der Leiter des ICAP und „Held der Republik“ Fernando González anwesend, der im Rahmen einer von Fidel Castro initiierten Kampagne vor wenigen Jahren aus der Haft in den USA entlassen wurde.

Produktion von Laptops in Kuba nimmt an Fahrt auf

Seit Dezember letzten Jahres werden auf Kuba Laptops und Tablets montiert (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Bis Ende März dieses Jahres sind in Kuba 3.500 Laptops sowie knapp 3.600 Tablets produziert worden. Sie sind die ersten Geräte einer neuen Produktionslinie des staatlichen Elektrohersteller GEDEME, die letzten Dezember in Betrieb ging.

Technisch basieren die neuen Laptops auf aktuellen Core i5 und Core i7-Prozessoren von Intel. Die einzelnen Komponenten werden als Bausatz vom chinesischen Großkonzern Haier geliefert, der den sozialistischen Inselstaat seit vielen Jahren mit Elektronikprodukten beliefert.

Der Aufbau der ersten eigenen Fertigungseinrichtung für Laptops und Tablets im Land ist Teil der Digitalisierungsstrategie der Regierung in Havanna. Kuba plant in diesem Jahr rund 50.000 Laptops herzustellen, die vor allem in staatlichen Institutionen eingesetzt werden sollen. Die Geräte sollen dabei einer ausführlichen Qualitätsprüfung unterzogen werden und sind laut Hersteller für den Einsatz in tropischen Gebieten ausgerichtet.

Von Marcel Kunzmann. Weiterlesen auf Amerika21

Kubaner überweisen jedes Jahr rund 59 Millionen US-Dollar ins Ausland

Geldüberweisungen treffen nicht nur auf Kuba ein, sondern gehen auch von Kuba ins Ausland (Quelle: Cubanet.org)

Viel ist darüber berichtet worden, wie viel Geld Jahr für Jahr in Form von privaten Überweisungen aus dem Ausland nach Kuba fließt. Allein 2015 wurde mit 3,3 Milliarden US-Dollar ein neuer Rekord erreicht, der Großteil der Mittel kam von Verwandten aus den USA. Im selben Jahr überwiesen die Kubaner jedoch auch 59 Millionen US-Dollar ins Ausland. Wohin geht das Geld?

Obwohl Kuba angesichts dieser Zahlen – wie viele der Nachbarinseln im übrigen auch –ganz klar zu den Nettoempfängern bei Auslandsüberweisungen zählt, gibt es auch regelmäßige Überweisungen von Kubanern an Bürger anderer Länder. Im Jahr 2014 wurde mit 61 Millionen US-Dollar in dieser Hinsicht ein neuer Rekord erreicht.

Wohin geht das Geld der kubanischen Familien? Mit Hilfe aktueller Zahlen der Weltbank, lässt sich diese Frage beantworten. Kuba gehört zusammen mit Turkmenistan, Usbekistan und Simbabwe zur Gruppe der Länder, die der Weltbank keine Zahlen zum Erhalt von Auslandsüberweisungen liefern. Die Angabe der 3,3 Mrd. US-Dollar, die jedes Jahr nach Kuba fließen, ist daher eine Schätzung des US-amerikanischen Think tanks „The Havana Consulting Group“.

Überweisungen von Kuba aus ins Ausland sind jedoch gut dokumentiert. Den Löwenanteil macht dabei Spanien aus, dem Heimatland vieler Kubaner. 2015 flossen 40,9 Millionen US-Dollar von der ehemaligen Kolonie zurück ins Königreich, rund 69 Prozent aller Auslandsüberweisungen. Weit abgeschlagen auf Platz 2 findet sich Frankreich, wo der Empfang von insgesamt 1,81 Mio. US-Dollar aus Kuba gemeldet wurde. Nach Frankreich folgt die Volksrepublik China. 2015 überwiesen die Kubaner 1,79 Mio. US-Dollar ins Reich der Mitte.

Erst dann erscheint Russland auf der Liste mit 1,3 Mio. US-Dollar. Aufgrund der engen Kooperation während des Kalten Krieges existieren noch immer zahlreiche familiäre Bande zwischen beiden Ländern. Der überraschende fünfte Platz: Deutschland. Wie viel genau Kubaner von Deutschland nach Kuba überweisen ist nicht bekannt. Wie viel genau Kubaner von Deutschland nach Kuba überweisen ist nicht bekannt und viele Dienstleister für Auslandsüberweisungen bieten diesen Service wegen des US-Embargos auch noch nicht an. Sicher ist jedoch, dass 2015 knapp 1,3 Mio. US-Dollar von Kuba aus nach Deutschland überwiesen wurden.

Nach Deutschland folgen die USA mit 1,24 Mio. US-Dollar. Als weitere Ziele kubanischer Auslandsüberweisungen nannte die Weltbank Haiti, Tschechien, Italien, Mexiko, die Ukraine und Jamaica. Außer im Falle Haitis handelt es sich dabei jedoch um Beträge von unter einer Millionen US-Dollar pro Jahr. Wie die Überweisungen nach Kuba, weisen auch die Geldsendungen von Kuba aus eine steigende Tendenz auf. Von 46,1 Mio. US-Dollar im Jahr 2010 pendelte sich die Summe in den letzten Jahren bei rund 60 Mio. US-Dollar ein. Ursprung der Auslandsüberweisungen dürften vor allem wohlhabende private Gewerbetreibende sein, die ihre Verwandtschaft in krisengebeutelten Ländern unterstützen.

Kuba baut modernes Dieselkraftwerk mit deutscher Technologie

Die Baustelle bei Cienfuegos, im Hintergrund die Ölraffinerie (Quelle: 5 de septiembre)

In der Küstenstadt Cienfuegos wird derzeit Kubas größtes und modernstes Dieselkraftwerk errichtet. Der Bau begann am 9. Januar. Noch vor Ende des Jahres soll das Kraftwerk ans Netz gehen, wie die Tageszeitung „Granma“ berichtet. Mit einem Investitionsvolumen von 36 Mio. US$ ist das Projekt für die Insel der umfangreichste Kraftwerksneubau seit dem Ende des Kalten Krieges.

Das Kraftwerk wird mittels 40 Motoren betrieben, die eine Leistung von 84 Megawattstunden (MWh) liefern. Damit können 60 Prozent der Haushalte der nahe gelegenen Stadt Cienfuegos mit Strom versorgt werden, wie der nationale Energieversorger UNE berichtet. Zum Einsatz kommen dabei Dieselmotoren der deutschen Firma MTU, welche hierzulande vor allem als Zulieferer für die Rüstungsbranche sowie im Bereich der Schiffsmotoren bekannt ist. Bereits im Rahmen der 2005 gestarteten „Energierevolution“ kaufte Kuba zahlreiche MTU-Dieselmotoren, die zur dezentralen Energieversorgung beitragen.

Das Kraftwerk wird in unmittelbarer Nähe der Ölraffinerie von Cienfuegos errichtet, welche im Jahr 2008 mit venezolanischer Hilfe modernisiert wurde. Mit einer Kapazität von 65.000 Barrel pro Tag ist sie die größte des Landes. Die Versorgung des Kraftwerks mit Treibstoff soll dabei durch eine direkte Leitung zur Raffinerie erfolgen, was Transportkosten spart.

Der Bau, welcher auf einer Fläche von 5,7 Hektar erfolgt, ist bereits zu 15 Prozent abgeschlossen. Dies meldeten kubanische Medien kurz vor dem Besuch des Politbüromitglieds Ramiro Valdés Anfang April auf der Baustelle. Kuba plant, bis zum Jahr 2030 mindestens 24 Prozent seines Strombedarfs mittels erneuerbarer Energien zu erzeugen. Die schrittweise Abschaltung der alten sowjetischen Schwerölkraftwerke sowie ihre Ersetzung durch effizientere Technik ist Teil des Programms.

Kuba schafft den CUC ab, lange Schlangen vor Banken (April, April)

Schlange vor einer Bankfiliale in Havanna (Quelle: Telesur)

In einem überraschenden Schritt hat Kubas Regierung am gestrigen Freitag die Abschaffung der Doppelwährung bekannt gegeben. Der Konvertible Peso (CUC) verlor ab Mitternacht seine Gültigkeit als Zahlungsmittel. Vorerst dürfen jedoch maximal 100 CUC in den Peso Cubano umgetauscht werden, heißt es in einer jüngsten Presseerklärung der Zentralbank. Vor den Bankfilialen bildeten sich indes lange Schlagen, obwohl der Wechselkurs bisher äußerst ungünstig ausfällt.

Ankauf: 15 statt 24 zu eins

„Wir wussten, dass der Tag irgendwann kommen wird, aber damit hat keiner gerechnet!“, sagt Jesús Rodríguez, der mit einer Flasche Eiswasser in der Hand vor einer CADECA-Filiale in Havannas geschäftigem Stadtteil Vedado steht. Wie hunderttausende seiner Landsleute kampierte er bereits die ganze Nacht vor einer Wechselstube, neben den Bankfilialen der einzige Ort, an denen man seine CUC noch in die neuen Pesos, die eigentlich die alten sind, umtauschen kann. „Es ist, als käme hier gleich das neue iPhone raus“, kommentiert eine ältere Dame die mit ihren Enkeln gekommen ist.

„Se compra 1 por 15“ – „Ankauf eins zu 15“ prangt an einem unübersehbaren Pappschild in fett umrandeter Schrift vor der CADECA-Wechselstube gegenüber der großen Eisdiele „Coppelia“ in Havanna. Für einen CUC erhält man jetzt 15 kubanische Pesos, neun weniger als noch am Tag zuvor, an dem man noch mit beiden Währungen bezahlen konnte. Der Wechselkurs des Peso bleibt mit 24:1 zum US-Dollar jedoch konstant, weshalb jeder Umtausch etwa 40 Prozent Verlust bedeutet. Immerhin ist der Umtausch erstmal unbefristet, wie das Parteiorgan „Granma“ am Samstag verkündete.

„Mit diesem Schritt wird Kuba endgültig zu einer Währung zurückkehren“, heißt es in dem Statement der Zentralbank. Und weiter: „Der bestehende Umtauschkurs, der sich planmäßig verbessern wird und der nur jene Teile der Bevölkerung mit CUC-Ersparnissen betrifft, ergibt sich aus dem Bestreben der Zentralbank, das makroökonomische Gleichgewicht zu wahren, Inflationsspiralen zuvorzukommen, die internationale Glaubwürdigkeit der kubanischen Finanzinstitutionen zu stärken, sowie den kubanischen Peso mit Blick auf das Jahr 2030 als internationale Devisenwährung etablieren zu können.“

Kubaner mit größeren Ersparnissen dürften nun ohnehin erstmal im Regen stehen. Ein Vertreter der Zentralbank erklärte in einer Sondersendung der Abendnachrichten zu der 100-CUC-Obergrenze: „Wir arbeiten an der Etablierung größerer Umtauschkontingente, allerdings sind die Produktionskapazitäten bezüglich des Drucks neuer Geldscheine aufgrund der extrem komplizierten und nur sehr langsam reproduzierbaren Sicherheitsmerkmale der Peso-Banknoten, die höchsten nationalen und internationalen Standards in Bezug auf die Fälschungssicherheit entsprechen und diese teilweise sogar übertreffen, derzeit nicht gegeben.“

Der CUC als Souvenir

Für Jesús und viele andere bedeutet „Tag X“, der lange angekündigte Stichtag der Währungsreform, zunächst einmal Frust. „Weder komme ich in die Bank, noch akzeptiert irgendjemand meine CUCs. Außer einige Touristen, die wollen das jetzt als Souvenir mit nach Hause nehmen und bieten bessere Kurse als die offiziellen“, sagt Jesús, der wie auffallend viele seiner Landsleute von Beruf Taxifahrer ist, während er sich inmitten der Wartenden eine Zigarette anzündet.

Schon jetzt bei Sammlern begehrt: Der 10-CUC-Schein (Quelle: delcampe)

In der Tat ist bereits binnen weniger Stunden ein neuer Markt entstanden, Touristen fühlen sich magisch angezogen von den gelben Scheinen, die wichtige Etappen der kubanischen Geschichte abbilden. Für bis zu 15 € wird derzeit eine 10 CUC-Note auf der „Plaza de Armas“, einem zentralen Touristenhotspot der Altstadt, gehandelt. „Wenn die hier jetzt das gesamte Geld austauschen, will ich mir wenigstens noch ein paar Scheine als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Da legt man schon mal mehr hin“, sagt der Pensionär und Hobby-Münzsammler Werner Paschulke aus Gelsenkirchen, einer von über 100.000 deutschen Touristen, die jedes Jahr auf die Insel strömen. Kubaner können ausländische Devisen weiterhin zum alten Kurs umtauschen.

Probleme in der Provinz

Doch auch fernab der Hauptstadt Havanna läuft nicht alles wie geplant. In der Provinz Pinar del Río ist die Konfusion groß, da die Geldautomaten und Zählsysteme der örtlichen Banken komplett versagen. „Wir bekommen keinen Centavo raus, nichts geht mehr. Wir haben heute geschlossen“, erklärt die gestresste Filialleiterin den wartenden Kunden, doch nur langsam löst sich die Schlange wieder auf. Noch immer laute Diskussion im Saal. Erst als eine Angestellte damit droht die Klimaanlage auszuschalten, bewegt sich die Menge langsam nach draußen. Die Währungsreform wird hier offenbar noch vertagt.

Grund für den Ausfall der Technik war offenbar eine Fehlinvestition der Provinzbanken, wie der lokale Sender „Radio Guamá“ berichtet. Erst letztes Jahr wurde die komplette technische Infrastruktur mit chinesischer Hilfe auf Vordermann gebracht, über 200 neue Geldautomaten installiert. „Als sie bei der Bestellung gefragt haben wegen der Umrüstoption zurück auf Ein-Währungs-Betrieb waren wir verwirrt und haben natürlich erstmal nein gesagt. Wir konnten ja nicht ahnen, dass unser Peso so schnell zur einzigen Devisenwährung aufsteigen würde“, rechtfertigt sich der sichtlich erschütterte Geschäftsführer der CADECA-Filiale in der Provinzhauptstadt Pinar del Río.

International wurde die kubanische Währungsreform positiv aufgenommen. Venezuelas Staatschef Niclás Maduro nannte die Maßnahme einen „wichtigen Schritt für Kuba.“ Zuvor hatte das befreundete Land die Entsendung eines Ökonomenteams als Hilfe bei der Umsetzung der Reform angeboten, was Havanna jedoch ablehnte. Zustimmung kam auch aus Nordkorea. In einer ersten Analyse des Parteiorgans „Rodong Sinmun“ kam man zu dem Urteil, die Reform sei bisher „erstaunlich unblutig“ verlaufen. Anders jedoch die Tonlage in den USA. „Sollten die Kubaner jetzt mit den Mexikanern und deren #peso gemeinsame Sache gegen den Dollar machen, wird unsere riesige Mauer auch an ihrer Grenze entlang verlaufen!!“ twitterte US-Präsident Trump in den frühen Morgenstunden. 

Die Abschaffung der Doppelwährung und die Rückkehr zum kubanischen Peso (CUP) wurde von Kubas Regierung bereits im Jahr 2013 für „die nächsten Jahre“ angekündigt. Seitdem wurde noch bis letztes Jahr immer wieder der Dezember 2016 als möglicher Zeitpunkt für den Stichtag der Währungsreform genannt. Die Wahl des jetzigen Datums kam für viele daher völlig überraschend, zumal es keinerlei konkrete Vorankündigungen gab.

Update vom 2. April: Es handelt sich bei dem folgenden Beitrag um einen Aprilscherz ;-)

Fernando González ist neuer Chef des ICAP

Fernando González kehrte als zweiter der „Cuban Five“ im Februar 2014 nach Kuba zurück (Quelle: Radio Rebelde)

Fernando González von den „Cuban Five“ ist neuer Leiter des kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft (ICAP). Dies meldete das Institut in einer Pressemitteilung, die dem Nachrichtenportal „Cubadebate“ vorliegt. Bereits seit 2014 ist González, der von Präsident Raúl Castro mit dem Orden „Held der Republik Kubas“ ausgezeichnet wurde, Vizepräsident der traditionsreichen Einrichtung.

González wurde zusammen mit vier anderen Geheimagenten im Jahr 1997 in den USA inhaftiert, weil er Informationen zur Verhinderung von Terroranschlägen auf Kuba an die US-Behörden weitergab. Trotz internationaler Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens, wurde die Gruppe zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Im Rahmen von Verhandlungen der kubanischen Regierung mit der Obama-Administration wurde er im Februar 2014 als zweiter der „Cuban Five“ aus der Haft entlassen. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen Kuba und den USA kehrten auch die übrigen der Gruppe im Dezember 2014 nach Kuba zurück. Fernando González übernahm noch im selben Jahr die Vizepräsidentschaft des ICAP.

Die bisherige Leiterin des Instituts, Kenia Serrano Puig, bekleidete diesen Posten seit acht Jahren. Sie wurde von ihrer Tätigkeit mit Lob für ihre „verdiente politische Arbeit“ freigestellt, heißt es in dem Pressestatement. Vor seiner Tätigkeit als Geheimagent machte Fernando González 1987 einen Abschluss im Bereich der internationalen Beziehungen auf der Akademie des kubanischen Außenministeriums und diente bis 1989 im Rahmen einer Freiwilligenmissionin in einer Panzerbrigade in Angola.

Das kubanische Institut für Völkerfreundschaft (ICAP) wurde am 30. Dezember 1960 gegründet und hatte zunächst die Betreuung ausländischer Arbeitsbrigaden und Studenten zum Auftrag. Heute  koordiniert das ICAP die Solidaritätsarbeit zahlreicher Länder mit Kuba. Das ICAP besitzt Niederlassungen in allen kubanischen Provinzen.