Australische Firma meldet neue Ölfunde auf Kuba und plant Bohrungen

Der für Melbana interessante Block 9 an der kubanischen Nordküste (Quelle: Melbana.com)

Der australische Energiekonzern Melbana Energy Ltd. plant nächstes Jahr zwei Ölbohrungen auf Kuba durchzuführen. „Die notwendigen Komponenten für ein beschleunigtes Bohrverfahren sind bereits aktiv“, heißt es in einem Statement des Unternehmens. Die Firma gab in ihrem jüngsten Quartalsbericht eine positive Einschätzung für Block 9 an der kubanischen Nordküste ab, der „einer der weltweit spannendsten Erkundungsstellen“ sei, wie es in dem Bericht heißt.

In dem 2.380 Quadratkilometer großen Gebiet in der Nähe des Touristenhotspots Varadero wird bereits seit über zwei Dekaden Öl gefördert. Melbana geht davon aus, dass in bisher noch nicht erschlossenen Stellen bis zu 637 Mio. Barrel Öl zur Förderung bereit liegen. 2018 will die Firma daher an den Borhstellen „Alameda-1“ und „Zapato“ mit zwei Testbohrungen beginnen, die zwischen 20 und 30 Millionen US-Dollar kosten dürften.

Melbana-interner Zeitplan der Erkundungsbohrungen (Quelle: Melbana.com)

Melbana ist derzeit die einzige australische Firma, die auf Kuba präsent ist. Das Unternehmen ist mit einem Marktkapitalwert von rund 25 Mio. US-Dollar einer der kleineren Energiekonzerne. Für die Kuba-Erkundungen stehen dem Unternehmen derzeit 2,7 Mio. US-Dollar zu Verfügung, für die Finanzierung der beiden Erkundungsbohrungen werden daher noch Investoren gesucht.

Das Unternehmen plant, seine Anstrengungen in den kommenden Monaten auf Kuba zu fokussieren. Die Bewertung der Perspektiven von Block 9 wurden im jüngsten Quartalsbericht bereits um 50 Prozent nach oben korrigiert. Das Unternehmen geht davon aus, dass bis nächstes Jahr Technik und Personal zur Durchführung der geplanten Bohrungen bereit sein werden.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über neue Ölfunde vor der kubanischen Küste und an Festland, mehrere Erkundungsbohrungen verliefen jedoch Ergebnislos. Derzeit kann die Insel rund 50 Prozent ihres benötigten Erdölbedarfs aus eigener Produktion mit Hilfe der bereits erschlossenen Ölfelder an der Nordküste decken. Das dort geförderte Öl ist jedoch stark schwefelhaltig und kann nur bedingt weiterverarbeitet werden. Die neuen Fundstellen in Block 9 sollen laut Melbana „potentiell hochwertiges Leichtöl“ beinhalten.

Produktion von Laptops in Kuba nimmt an Fahrt auf

Seit Dezember letzten Jahres werden auf Kuba Laptops und Tablets montiert (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Bis Ende März dieses Jahres sind in Kuba 3.500 Laptops sowie knapp 3.600 Tablets produziert worden. Sie sind die ersten Geräte einer neuen Produktionslinie des staatlichen Elektrohersteller GEDEME, die letzten Dezember in Betrieb ging.

Technisch basieren die neuen Laptops auf aktuellen Core i5 und Core i7-Prozessoren von Intel. Die einzelnen Komponenten werden als Bausatz vom chinesischen Großkonzern Haier geliefert, der den sozialistischen Inselstaat seit vielen Jahren mit Elektronikprodukten beliefert.

Der Aufbau der ersten eigenen Fertigungseinrichtung für Laptops und Tablets im Land ist Teil der Digitalisierungsstrategie der Regierung in Havanna. Kuba plant in diesem Jahr rund 50.000 Laptops herzustellen, die vor allem in staatlichen Institutionen eingesetzt werden sollen. Die Geräte sollen dabei einer ausführlichen Qualitätsprüfung unterzogen werden und sind laut Hersteller für den Einsatz in tropischen Gebieten ausgerichtet.

Von Marcel Kunzmann. Weiterlesen auf Amerika21

Kubaner überweisen jedes Jahr rund 59 Millionen US-Dollar ins Ausland

Geldüberweisungen treffen nicht nur auf Kuba ein, sondern gehen auch von Kuba ins Ausland (Quelle: Cubanet.org)

Viel ist darüber berichtet worden, wie viel Geld Jahr für Jahr in Form von privaten Überweisungen aus dem Ausland nach Kuba fließt. Allein 2015 wurde mit 3,3 Milliarden US-Dollar ein neuer Rekord erreicht, der Großteil der Mittel kam von Verwandten aus den USA. Im selben Jahr überwiesen die Kubaner jedoch auch 59 Millionen US-Dollar ins Ausland. Wohin geht das Geld?

Obwohl Kuba angesichts dieser Zahlen – wie viele der Nachbarinseln im übrigen auch –ganz klar zu den Nettoempfängern bei Auslandsüberweisungen zählt, gibt es auch regelmäßige Überweisungen von Kubanern an Bürger anderer Länder. Im Jahr 2014 wurde mit 61 Millionen US-Dollar in dieser Hinsicht ein neuer Rekord erreicht.

Wohin geht das Geld der kubanischen Familien? Mit Hilfe aktueller Zahlen der Weltbank, lässt sich diese Frage beantworten. Kuba gehört zusammen mit Turkmenistan, Usbekistan und Simbabwe zur Gruppe der Länder, die der Weltbank keine Zahlen zum Erhalt von Auslandsüberweisungen liefern. Die Angabe der 3,3 Mrd. US-Dollar, die jedes Jahr nach Kuba fließen, ist daher eine Schätzung des US-amerikanischen Think tanks „The Havana Consulting Group“.

Überweisungen von Kuba aus ins Ausland sind jedoch gut dokumentiert. Den Löwenanteil macht dabei Spanien aus, dem Heimatland vieler Kubaner. 2015 flossen 40,9 Millionen US-Dollar von der ehemaligen Kolonie zurück ins Königreich, rund 69 Prozent aller Auslandsüberweisungen. Weit abgeschlagen auf Platz 2 findet sich Frankreich, wo der Empfang von insgesamt 1,81 Mio. US-Dollar aus Kuba gemeldet wurde. Nach Frankreich folgt die Volksrepublik China. 2015 überwiesen die Kubaner 1,79 Mio. US-Dollar ins Reich der Mitte.

Erst dann erscheint Russland auf der Liste mit 1,3 Mio. US-Dollar. Aufgrund der engen Kooperation während des Kalten Krieges existieren noch immer zahlreiche familiäre Bande zwischen beiden Ländern. Der überraschende fünfte Platz: Deutschland. Wie viel genau Kubaner von Deutschland nach Kuba überweisen ist nicht bekannt. Wie viel genau Kubaner von Deutschland nach Kuba überweisen ist nicht bekannt und viele Dienstleister für Auslandsüberweisungen bieten diesen Service wegen des US-Embargos auch noch nicht an. Sicher ist jedoch, dass 2015 knapp 1,3 Mio. US-Dollar von Kuba aus nach Deutschland überwiesen wurden.

Nach Deutschland folgen die USA mit 1,24 Mio. US-Dollar. Als weitere Ziele kubanischer Auslandsüberweisungen nannte die Weltbank Haiti, Tschechien, Italien, Mexiko, die Ukraine und Jamaica. Außer im Falle Haitis handelt es sich dabei jedoch um Beträge von unter einer Millionen US-Dollar pro Jahr. Wie die Überweisungen nach Kuba, weisen auch die Geldsendungen von Kuba aus eine steigende Tendenz auf. Von 46,1 Mio. US-Dollar im Jahr 2010 pendelte sich die Summe in den letzten Jahren bei rund 60 Mio. US-Dollar ein. Ursprung der Auslandsüberweisungen dürften vor allem wohlhabende private Gewerbetreibende sein, die ihre Verwandtschaft in krisengebeutelten Ländern unterstützen.

Kuba baut modernes Dieselkraftwerk mit deutscher Technologie

Die Baustelle bei Cienfuegos, im Hintergrund die Ölraffinerie (Quelle: 5 de septiembre)

In der Küstenstadt Cienfuegos wird derzeit Kubas größtes und modernstes Dieselkraftwerk errichtet. Der Bau begann am 9. Januar. Noch vor Ende des Jahres soll das Kraftwerk ans Netz gehen, wie die Tageszeitung „Granma“ berichtet. Mit einem Investitionsvolumen von 36 Mio. US$ ist das Projekt für die Insel der umfangreichste Kraftwerksneubau seit dem Ende des Kalten Krieges.

Das Kraftwerk wird mittels 40 Motoren betrieben, die eine Leistung von 84 Megawattstunden (MWh) liefern. Damit können 60 Prozent der Haushalte der nahe gelegenen Stadt Cienfuegos mit Strom versorgt werden, wie der nationale Energieversorger UNE berichtet. Zum Einsatz kommen dabei Dieselmotoren der deutschen Firma MTU, welche hierzulande vor allem als Zulieferer für die Rüstungsbranche sowie im Bereich der Schiffsmotoren bekannt ist. Bereits im Rahmen der 2005 gestarteten „Energierevolution“ kaufte Kuba zahlreiche MTU-Dieselmotoren, die zur dezentralen Energieversorgung beitragen.

Das Kraftwerk wird in unmittelbarer Nähe der Ölraffinerie von Cienfuegos errichtet, welche im Jahr 2008 mit venezolanischer Hilfe modernisiert wurde. Mit einer Kapazität von 65.000 Barrel pro Tag ist sie die größte des Landes. Die Versorgung des Kraftwerks mit Treibstoff soll dabei durch eine direkte Leitung zur Raffinerie erfolgen, was Transportkosten spart.

Der Bau, welcher auf einer Fläche von 5,7 Hektar erfolgt, ist bereits zu 15 Prozent abgeschlossen. Dies meldeten kubanische Medien kurz vor dem Besuch des Politbüromitglieds Ramiro Valdés Anfang April auf der Baustelle. Kuba plant, bis zum Jahr 2030 mindestens 24 Prozent seines Strombedarfs mittels erneuerbarer Energien zu erzeugen. Die schrittweise Abschaltung der alten sowjetischen Schwerölkraftwerke sowie ihre Ersetzung durch effizientere Technik ist Teil des Programms.

Bis Ende des Jahres soll Havanna über 100 WiFi-Hotspots verfügen

Bereits heute nutzen täglich hunderttausende Kubaner das Internet (Quelle: Esentialexperiences)

Wie eine Mitarbeiterin der staatlichen Telefongesellschaft ETECSA gegenüber kubanischen Medien bekannt gab, soll die Hauptstadt Havanna bis zum Ende des laufenden Jahres über insgesamt 100 WiFi-Hotspots verfügen. Es ist geplant, unter anderem die Uferpromenade „Malecón“ über mehrere Kilometer Länge mit drahtlosem Internet zu versorgen.

Seit der Eröffnung der ersten 22 WiFi-Hotspots im Sommer 2015 hat sich beim Internetausbau auf Kuba viel getan. Die Preise wurden von damals über 4 CUC auf heute 1,50 CUC pro Stunde reduziert, mittlerweile zählt die Telefongesellschaft landesweit 327 WiFi-Hotspots, davon allein 41 in Havanna womit alle Stadtteile der Hauptstadt über mindestens einen Zugangspunkt verfügen.

Mit dem angekündigten Ausbau wird sich die Anzahl der öffentlich nutzbaren Internethotspots in der Hauptstadt innerhalb weniger Monate mehr als verdoppeln.

ETECSA reduziert Preise für Mobilfunk, 38.000 private Internetanschlüsse für 2017 geplant

Mit dem „Plan Amigos“ reduzieren sich die Preise für eine Gesprächsminute für ausgewählte Nummern (Quelle: Cubadebate)

Kubas staatliche Telefongesellschaft ETECSA hat ein neues Preismodell für Mobilfunkkunden eingeführt, welches die Preise für Anrufe von 0,35 auf 0,20 CUC pro Minute reduziert. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, in den kommenden Monaten 38.000 neue Internetanschlüsse in Privathaushalten legen zu wollen, die Preise starten bei monatlich 15 CUC. Auch das mobile Datennetz mit 3G-Geschwindigkeit soll dieses Jahr weiter ausgebaut werden.

Mit dem „Plan Amigos“ sollen ETECSA-Kunden für Handytelefonate bis zu 40 Prozent sparen können. Im Rahmen des neuen Dienstes können Nutzer bis zu drei Nummern (mobil oder Festnetz) eintragen, für die dann lediglich 0,20 CUC pro Minute fällig werden. Zwischen 23 und 6 Uhr Morgens gilt wie bisher für alle der Nachttarif von 0,10 CUC pro Minute. Verwaltet werden kann das neue Angebot über das Handy, indem über die Wahlkombination *133# das entsprechende Menü geöffnet wird, der aktuelle Status lässt sich mittels *222*264# überprüfen. Die Aktivierung des Dienstes kostet einmalig 1 CUC, danach werden monatlich 0,50 CUC fällig. Der „Plan Amigos“ lohnt sich bereits für alle, die mehr als 4 Minuten pro Monat mit einer bestimmten Nummer telefonieren.

Preise und Geschwindigkeit für private Internetanschlüsse. Rechte Spalte: nach geplanter Preissenkung in diesem Jahr (Quelle: Cubadebate)

Nachdem die Pilotphase für private Internetnanschlüsse in Havanna vor wenigen Wochen zu Ende ging, soll das Angebot in diesem Jahr weiter ausgedehnt werden. Nach internen Umfragen waren 94 Prozent der zufällig ausgewählten Teilnehmer mit dem Dienst zufrieden. In diesem Jahr plant ETECSA, bis zu 38.000 private Internetleitungen zu aktivieren. Die Installation (inklusive Router) kostet einmalig 29 CUC, danach stehen verschiedene Tarife zur Auswahl, die ab 15 CUC pro Monat für ein Kontingent von 30 Stunden beginnen.

Für das günstigste Paket (15 CUC und 30 Stunden) bekommt der Nutzer derzeit lediglich eine DSL-Verbindung mit 128 Kbit Downstream. Im Laufe des Jahres sollen diese Verträge jedoch bei gleichem Preis auf 256 Kbit-Leitungen aufgerüstet werden. Die Kosten für die anderen Tarife werden entsprechend angepasst. Die schnellste Verbindung (2 Mbit), wird dann statt bisher 115 nur noch 70 CUC pro Monat kosten. An den maximal 30 Stunden Internetzeit pro Monat soll sich jedoch erstmal nichts ändern.

Auch das kubanische Handynetz soll weiter ausgebaut werden. UMTS-Abdeckung (3G), also eine schnelle mobile Datenverbindung, existiert derzeit nur in Havanna und einigen Provinzhauptstädten. Im Rahmen eines „Nauta„-Accounts können Nutzer in Matanzas und Villa Clara seit kurzem ihre eMails auch mit 3G-Geschwindigkeit empfangen, Havanna soll in Kürze nachziehen. Kuba verfügt derzeit über 5,32 Mio. Telefonleitungen, davon sind rund 4 Millionen Mobilfunknummern. Landesweit stehen inzwischen 1058 Handymasten, davon sind  rund 20 Prozent 3G-fähig. Sie decken über 90 Prozent des Archipels mit GSM-Netz ab.

Karte mit Netzabdeckung für Mobildaten in Kuba. Dunkelgrün: 3G (Quelle: Cubadebate)

 

Schnellzug Havanna–Varadero geplant

Russischer Schienenbus auf Kuba (Quelle: Cartasdesdecuba)

Kuba plant die Modernisierung der Zugstrecke Havanna–Varadero, um beide Orte mit einem neuen Schnellzug besser zu verbinden. Varadero ist eines der wichtigsten Touristenzentren des Landes und wird derzeit vor allem mit Bussen und Taxis von Havanna aus angesteuert.

Die Modernisierung der Zugstrecke ist Teil eines umfassenden Programms, das vorsieht die kubanische Eisenbahn bis zum Jahr 2030 mit russischer Hilfe zu modernisieren. Federführend beteiligt ist dabei die russische Zuggesellschaft „RZD International“ mit Sitz in Moskau.

Derzeit wird bereits an der Erneuerung der Hauptstrecke gearbeitet, welche Havanna mit der östlichen Metropole Santiago de Cuba verbindet. Dabei wird neben den Schienen auch die gesamte Signaltechnik ausgetauscht und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Auch die Strecke Santa Clara–Cienfuegos wird derzeit entsprechend modernisiert.

Kuba plant in den nächsten Jahren wieder deutlich mehr Passagiere und Waren über die Schiene zu transportieren. Das Eisenbahnnetz ist theoretisch gut ausgebaut, allerdings mangelt es dem Land vor allem an neuem Rollmaterial und moderner Technik. Auch hier will Kuba in den nächsten Jahren mit dem Import von 60 neuen Dieselloks und 300 Schienenbussen aus Russland Abhilfe schaffen. Insgesamt will Kuba bis 2030 über eine Milliarde US-Dollar in die Modernisierung des Schienennetzes und die Anschaffung neuer Züge investieren.